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Beweissicherung
Beweissicherung – warum auf jedem meiner Fotos ein Maßstab liegt
Warum auf meinen Fotos immer ein Maßstab liegt.
Wer meine Gutachten aufschlägt, sieht auf fast jedem Bild dasselbe: eine Messlatte, ein Lineal, eine Maßstabskarte. Das sieht nach Umstand aus. Es ist der Unterschied zwischen einem Foto und einem Beweismittel.
Ein Foto ohne Maßstab zeigt, dass etwas kaputt ist. Ein Foto mit Maßstab zeigt, was genau.
Der Grund ist einfach: Ein Gutachten wird selten gelobt. Es wird geprüft – von der Gegenseite, vom Versicherer, manchmal vom Gericht. Und dabei kommen fast immer dieselben drei Fragen:
- Passt das Schadenbild zum geschilderten Hergang?
- Stimmen Höhe und Ausdehnung mit dem gegnerischen Fahrzeug überein?
- Ist der Schadenumfang vollständig – oder wurde etwas hinzugenommen?
Diese Fragen beantwortet man am Tag der Besichtigung. Oder gar nicht mehr. Denn danach wird repariert, und dann ist der Zustand weg.
Deshalb läuft jede Aufnahme bei mir gleich ab:
Erst die Höhe über der Fahrbahn. Die Messlatte steht senkrecht neben dem Schaden, die Zentimeter sind im Bild lesbar. Genau diese Angabe zieht ein Versicherer heran, wenn er wissen will, ob der Schaden zum Fahrzeug der Gegenseite passt.
Dann die Größe. Maßstab direkt an den Schaden, so dass sich jede Delle und jeder Kratzer später nachmessen lässt – auch von jemandem, der nie am Fahrzeug stand. Im Gutachten steht dann keine Formulierung wie "etwa handtellergroß".
Und schließlich das, was man kaum sieht. Ein Riss in der Radhausschale, ein Spalt hinter dem Stoßfänger. So etwas ist schnell übersehen – und fehlt dann in der Kalkulation. Bezahlt wird aber nur, was dokumentiert ist.
Übersicht, Halbtotale, Detail. In dieser Reihenfolge, für jedes beschädigte Bauteil, am unzerlegten Fahrzeug.
In einem einzigen Schadengutachten aus meiner Praxis waren das am Ende 28 Lichtbilder auf 31 Seiten. Alle dauerhaft archiviert – auch Jahre später noch abrufbar.
Klingt nach viel Aufwand für ein paar Fotos. Ist es auch. Aber es ist genau der Aufwand, der ein Gutachten trägt, wenn jemand daran rüttelt.
Bilder aus der Begutachtung
Zum Vergrößern anklicken. Kennzeichen und personenbezogene Angaben sind unkenntlich gemacht.






Hinweis zur Anonymisierung
Dieser Fall stammt aus einem abgeschlossenen Gutachten und wurde vollständig anonymisiert. Nicht veröffentlicht werden Namen und Anschriften der Beteiligten, amtliche Kennzeichen, Fahrzeug-Identifizierungsnummern, Versicherungs-, Schaden- und Gutachtennummern sowie das genaue Schaden- und Besichtigungsdatum. Gezeigt werden nur Angaben, die keinen Rückschluss auf die Beteiligten zulassen: Fahrzeugtyp, Schadenbild und die Zahlen der Kalkulation.